D1 – Deutschland

Deutschland

in unserem Land befasst man sich derzeit fast nur noch mit Rückbau und Entsorgung.
Eine besondere Stellung nimmt das Forschungszentrum Jülich ein ( früher KFA Jülich)

 

Was könnte uns helfen?

Im Oktober 21 befasste sich eine Zoom-Energie-Diskussion in Dresden mit der Energieversorgung für unser Land , für Europa und sogar weltweit. Dank der Kompetenz des Vortragenden und der anschließenden Q&A Session gewann eine neue Sicht – nicht nur bei mir – Vorrang:  Mit den vielen Möglichkeiten, Schwierigkeiten und Risiken kann es für die nächsten 5, 10, 50, 100 Jahre keine „one-fits-all“ Lösung geben.
Es reicht auch nicht, auf vier oder fünf oder  ein Dutzend Lösungen für die Energieversorgung zu hoffen. Weil Materialfragen, Maschinenlaufzeiten, Weltmarktpreise, Schürfrechte, Stammesfehden, Transportstrecken, Gewichtsverhältnisse und weitere Faktoren und Kriterien hier herein spielen.

Radikal besser, zielführender und EINFACHER erscheint es, der Vielfalt ins Auge zu sehen.. Man muss der  unübersehbaren Fülle  von Ideen und Lösungen zu Gewinnung, Verwendung und Einsparung von Energie Rechnung tragen.
Das geht – einem Wort von Ludwig Erhard folgend – nur,  indem man die Millionen täglichen Einzelentscheidungen ermöglicht. Ihnen muss freier Raum in einem klug geregelten Rahmen gegeben sein. Damit werden ungeahnte Kräfte ausgelöst, bestimmt gerade in unserem Land. Zentrale Verwaltung schafft das niemals – so Erhard. Und Adenauer hielt ihn gegen Gewerkschaften und Industriemacht im Amt. Wir zehren heute noch davon.

Vorschlag für einige solcher Rahmen-Regeln- (ohne den Anspruch auf die o.g. Klugheit):

  1. Die Qualität von Luft und Umwelt (Gase, Strahlung, Temperatur, Erschütterungen usw.) wird engmaschig gemessen und in Istzeit für alle Bürger und Institutionen transparent gemacht- Digital möglich, Estland ist ein praktisches Beispiel https://www.visitestonia.com/de/uber-estland/estland-eine-digitale-gesellschaft.
  2. Die Dichte von Bevölkerung, Industrie, Gewerbe und Landnutzung wird dabei entscheidend berücksichtigt.
  3. Nach den Ergebnissen  richten sich die Massnahmen für den jeweiligen regionalen Raum,  z.B. Elektro- statt fossiler Fahrzeuge, Emission von Heizung und Industrie. ( In Singapur gab es schon im vorigen Jahrtausend gestaffelte Fahrerlaubnisse im Tagesverlauf.)
  4. Damit werden z.B. Agglomerationen (Industriegebiete, Innenstädte usw. ) ganz anders behandelt als dünnbesiedelte Landflächen. Es muss keinen Zwang geben, alle Traktoren und Autos in Eifel, Hunsrück, bay. Wald, Mecklenburg und so weiter ebenso umweltfreundlich zu betreiben wie inmitten Hamburgs,  Kölns, Frankfurt, München.
  5. Die publizierten transparenten Messwerte führen für Übertreter unmittelbar zu spürbaren Strafen.
  6. Das Gleiche gilt auch für andere Emissionen, z.B. Abwässer, Strahlen, sichtbarer Rauch/Dampf, Schwingungen, Erschütterungen, Verschattungen usw.

Der entscheidende Unterschied zu den bisherigen Planungen ist, dass wir in unserem Land nicht ganzflächig Massnahmen erzwingen, die dann Weltgeltung haben sollen. Auch sollte unser Verhalten nicht vom Vorbildanspruch gesteuert sein. Vielmehr können wir uns woanders Vorbilder nehmen ( siehe Singapur, Estland). Wenn es bei uns wirkt, werden andere vielleicht Ähnliches tun.

Solche viel individuelleren Regeln würden Raum geben für eine ungleich grössere Zahl von Lösungen durch das Suchen/Finden der Menschen. Und Unternehmen finden darin neue Chancen – viel mehr als bisher.

Gleichzeitig müssen alle Subventionen – offen oder versteckt – binnen kurzer Zeit (z.B. 2 Jahre) komplett auslaufen. Sie begünstigen immer nur einen bestimmten Teil der Lösungen zu Lasten anderer – oft für viel zu lange Zeit. Da sie aus dem Steueraufkommen nicht finanziert werden können, führen sie überdies zu neuer Verschuldung. Das bedeutet Lasten für unsere  Kinder und Enkel.

Durch ihren Wegfall machen wir uns ehrlich den späteren Generationen gegenüber. Kurzfristige Scheinlösungen werden von Anfang an vermieden, weil man sie selbst bezahlen muss.  Lösungen, die erst nach vielen Jahren sich – angeblich – rechnen, finden keinen Finanzier. Wenn idealistische Mäzene es auf eigene Kosten tun, steht ihnen nichts im Wege.

Es liegt auf der Hand, dass mit einer solchen Grundausrichtung in unserem Land eine neue Aufbruchsstimmung entzündet wird.